In eigener Sache

Immer wieder werde ich gefragt, wie die Philosophie meines Unternehmens lautet. Nun, kurz zusammengefasst: Qualität, Individualität, Beratung.

Beratung steht für mich an erster Stelle. Sie bedarf nicht nur eines seriösen Händlers mit Sachverstand, sondern auch dem Willen der Kunden, diesen Service, das Wissen und den guten Rat anzunehmen. Ich gebe gern an dieser Stelle zu, dass ich absolut nichts davon halte, die Hitlisten von Weinkritikern als das Maß aller Dinge zu sehen. Dafür gibt es gleich zwei Gründe. Erstens sagt eine Punktezahl nichts darüber aus, wann und bei welcher Gelegenheit ein Wein am besten schmeckt, mal abgesehen von persönlichen Vorlieben und Abneigungen des Probierenden. Und zweitens ist Geschmack eine absolut subjektive Größe. Doch genau diese Empfehlungen, der meist selbst ernannten Experten, führt zu einer Konzentration der Nachfrage auf eine geringe Zahl bekannter Winzer. Dies wird jedoch der Vielfalt der weltweiten Weine in keiner Weise gerecht. Nichts desto trotz finden Sie auch bei meinen Weinen Bewertungspunkte. Diese dienen zur Orientierung in welche Kategorie ich die Weine eingliedere. Nehmen Sie mein Bewertungsschema als Orientierungsgröße für Ihre eigenes Urteil über die Weine. Nun, zögern Sie nicht, rufen Sie mich einfach an und vertrauen Sie meinem Urteil. Das Risiko liegt nicht auf Ihrer, sondern auf meiner Seite. Denn sollte ich Sie falsch beraten, verliere ich Sie als Kunden.

Ich kenne viele Weine für fünf Euro und darunter, die ich in unter einem fairem Preis-Leistungsverhältnis als viel zu teuer bezeichnen muss. Andererseits kenne ich auch Weine um die 20 Euro oder darüber, die ich als außerordentlich preisgünstig ansehe. Guter Rat in diesem Sinne ist eben nicht teuer, sondern das genaue Gegenteil. Sie als Verbraucher sollen sich sicher fühlen, dass Sie für jeden Euro und Cent einen reelen Gegenwert erhalten.

Einige der besten Weine in meinem Sortiment stammen aus Betrieben mit sehr geringer Produktion. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Sie diese Weine nicht überall finden werden. Lassen Sie sich aber nicht abschrecken und verlassen Sie ruhig mal Ihre gewohnten Pfade. Ich verspreche Ihnen, dass Sie durch neue sensorische Erlebnisse reich belohnt werden. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren der Weine aus meiner Empfehlungsliste.

Ihr!

Martin A. Stachel

Mein Bewertungsschema

Es ist wohl unumstritten, dass Weinbewertungen niemals völlig frei von subjektiven Eindrücken sein können. Egal welche Bewertungen Sie auch lesen, ob von Robert Parker, Hugh Johnson oder Michael Broadbent, alle haben ihre persönlichen Präferenzen in Sachen Wein. Sicher ist, dass im Frankfurter Wein Club nichts über die Verkostungen im Unklaren bleibt. Ich dekantiere die Weine grundsätzlich nicht, auch wenn manche Weine von einer Belüftung sicherlich profitieren könnten. Sinn dieser Vorgehensweise ist es, eine Simulation des Regelfalls des Endverbrauchers nachzustellen. Die meisten Weinfreunde belüften nicht und erwarten trotzdem, dass der Wein sofort nach dem Öffnen präsent ist und zeigen kann, was in ihm steckt. Mein Punktesystem basiert auf dem amerikanischen Schulnotensystem, bei dem Punkte zwischen 50 und 100 vergeben werden.

 

Die einzelnen Bewertungen besagen:

50-69 Punkte: ein schlechter bis unterdurchschnittlicher Wein

 

70-79 Punkte: ein einfacher, sauberer Wein, der eine solide Vinifikation erkennen lässt, mit harmonischem Gesamteindruck und durchschnittlichem Trinkgenuss

 

80-89 Punkte: ein Wein mit erkennbarer Finesse und eindringlicher Aromatik, charaktervoll und harmonisch, erfreulicher Trinkgenuss deutlich über dem Durchschnitt

 

90-95 Punkte: Weine von außerordentlicher Komplexität und von herausragendem Charakter, ein einprägsames Weinerlebnis, eben großer Trinkgenuss

 

96-100 Punkte: ein herausragender Wein von perfektem Charakter in allen Bewertungskriterien, ein Musterbeispiel für Sorte und Herkunftsgebiet, der Trinkgenuss überhaupt