Bordeaux/AC Sauternes

Ganz im Süden des Bordelais hat man sich in der 1700 Hektar großen Appellationen Sauternes auf die Produktion hochkonzentrierter Süssweine spezialisiert. Die Rebsorten sind: Sémillon 65-95%, Sauvignon Blanc 25-35% und etwas Muscadelle. Der Sauternes ist das Ergebnis eines spezifischen Mesoklimas. Die Weinberge der Appellation liegen in unmittelbarer Nähe von zwei Flüssen, der breiten Garonne und ihres schmalen Nebenflusses Ciron. Wenn im Herbst das kühle, aus Quellen stammende Wasser des Ciron in das wärmere, von Gezeiten beeinflusste Wasser der Garonne strömt, bilden sich Abendnebel, die bis in den späten Vormittag des nächsten Tages die Weinberge einhüllen. Dann aber trocknet die Sonne, wenn sie scheint, den Nebel weg. Die feuchte Luft begünstigt die Entwicklung von Botrytis cinerea, eines Schimmelpilzes. Der dadurch einsetzende Prozess der Edelfäule verleiht den süßen Weinen ihre Komplexität, die sie weltberühmt gemacht haben.

Mit einem Alkoholgehalt von oft deutlich über 14% Vol. sind die meist im Barrique ausgebauten Weine das Gegenstück zu deutschen und österreichischen Beeren- und Trockenbeerenauslesen. Auch hier spielt die späte Lese und die Edelfäule durch den Pilz Botrytis Cinerea eine Rolle. Die Weine werden ganz ungewöhnliche Weise nicht mit Alkohol angereichert. Sauternesweine zeichnen sich durch eine reiche, goldene Farbe, blumiges Aroma, höchste Konzentration und ein großes Alterungspotential aus. Ihnen allen voran geht das berühmte Château d' Yquem, das schon in der Klassifizierung von 1855 in die höchste Klasse von Bordeauxweinen Premier Cru Supérieur eingestuft wurde. Ihm stehen einige andere Chateaux nicht viel nach: Zum Beispiel Climens, Rieussec, Reymond Lafon und Guiraud.