Bordeaux/AC St. Emilion

Im Raum Libourne ist der direkte Nachbar von Saint-Emilion das Anbaugebiet Pomerol, von dem einige Weingüter den gleichen kiesigen Boden wie Saint-Emilion besitzen.Über die Barbanne hinaus haben eine Reihe von Gemeinden das Recht, ihrem eigenen Namen die Bezeichnung Saint-Emilion hinzuzufügen. Es handelt sich um die Satellitenbezeichnungen von Saint-Emilion: Montagne-Saint-Emilion, Lussac-Saint-Emilion, Puisseguin-Saint-Emilion, Saint-Georges-Saint-Emilion. Das Anbaugebiet Saint-Emilion bietet vielfältige Landschaften. Der aus dem Süden kommende Besucher sieht schon von Weitem her die Stadt Saint-Emilion am Rande einer Hochebene. Kommt er von Westen, entdeckt er kurz hinter Libourne einen Ozean von Weinstöcken, aus dem Herrenhäuser und Haine wie Inseln herausragen. Überall entlang der kurvigen Straßen verschaffen ihm Hügel, Terrassen und Felsvorsprünge wunderbare Aussichtspunkte über das silberne Band der Dordogne, über mit Weinstöcken ausgelegten Tälern, den Kirchturm von Saint-Emilion und das Gewirr der engen Gassen. So erlebt man die wichtigsten Merkmale des Weinbaugebiets von Saint-Emilion als lachende Landschaft. Ein weites Hochplateau, eine Folge von Hügeln unterschiedlicher Ausrichtung, die nach Süden und Osten hin in breite Täler abfallen. Der heute etwa 5.200 Hektar umfassende Bereich am rechten Ufer der Dordogne bringt mehr Wein unter der lokalen Appellation Contrôlée hervor als jeder andere Bereich des Bordelais. Es wird nur Rotwein in Saint-Emilion erzeugt. Rund 1.000 verschiedene Gewächse erzeugt man in der gleichnamigen mittelalterlichen Stadt, in der südöstlichen Peripherie von Libourne und in sieben weiteren Bereichen von Saint-Emilion Der geschmackliche Unterschied eines Saint-Emilion zu anderen Spitzenweinen des Bordelais beruht vor allem auf seinem geringen Merlotanteil und seinem relativ hohen Anteil an Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Schon in der Jugend ist er Genussreif und ansprechend, hat weniger Fülle als Weine aus Pomerol, ist in Bestform aber ebenso warm, strukturiert und tief. Die beiden Spitzenchâteaus Ausone und Cheval Blanc stehen den besten aus dem Médoc in nichts nach.