Bordeaux/AC St. Julien

Der Begriff der Homogenität bezieht sich in Saint-Julien vor allem auf die Qualität. Einige Weinkenner behaupten gar, dass sie von einem Wein dieser AOC noch nie enttäuscht wurden, da es einfach keine „kleinen“ Weine aus Saint-Julien gibt. Andere wiederum sagen, dass die Weine aus dem nördlichen Bereich der AOC Saint-Julien über die Kraft der Weine aus Pauillac verfügen, während die aus dem südlichen Teil der AOC stammenden Weine die Eleganz eines Margaux aufweisen. Ein Saint-Julien sollte jedoch vor allem mit einem Saint-Julien verglichen werden, denn diese Weine lassen sich nach ihrer voller Entfaltung an ihrem unvergleichlichen Bouquet erkennen, das einzigartig sanft und harmonisch ist. Sie bezaubern durch ihre intensive Farbe und Saftigkeit und wirken geradezu göttlich, wenn sie den Weinliebhaber in delikate Düfte und außerordentlich feine Aromen eintauchen lassen. In der Appellation Saint-Julien ist der Boden fast überall von einer Kieselschicht bedeckt. Die häufig gelobte Homogenität ist aus geologischer Sicht jedoch trügerisch, denn sie „kaschiert“ lediglich sehr viel komplexere Zusammenhänge. Diese viel beschriebene Homogenität des Terroirs von Saint-Julien findet sich allein in der homogenen Qualität der Weine wieder. Wenn es im Médoc eine Landschaft gibt, die den Besucher bewundernd um sich schauen lässt, dann ist es sicherlich die Gegend um Saint-Julien. Wunderschöne Weingärten bestimmen das Landschaftsbild und verleihen der Appellation einen geradezu erhabenen Anblick. Die Geschichte von Saint-Julien ist eine Erfolgsgeschichte, die vor allem einigen großen historischen Persönlichkeiten und zahlreichen einflussreichen Personen zu verdanken ist. Hinzu kommt die faszinierende Weinbaulandschaft, die sich dem Auge des Betrachters in perfekter Harmonie präsentiert und geradezu meditativ wirkt. Die geschichtsträchtige und sagenumwobene Gegend wurde schon recht früh erwähnt.