Château Grillet

Mythos Chateau Grillet. Südexposition in 200 Metern Höhe an den "gerösteten = grillet" Bergen. Nur 3 Hektar winzig. Ultrarar. Jeder mittelalte und erfahrene Weinsammler weiß um die Einzigartigkeit dieses Weinguts. Schon im 17. Jahrhundert hoch gelobt, ein Lieblingswein von Thomas Jefferson, dem großen amerikanischen Präsidenten und Weinliebhaber. Bis Ende des 19. Jahrhunderts überreif gelesen und süß ausgebaut. Fast ewig haltbare Weine, die erst nach Jahrzehnten zur Höchstform auflaufen. Zusammen mit der Domaine Romanee Conti das einzige Weingut Frankreichs, das über eine eigene nach ihm benannte Appellation verfügt, eben AC Chateau Grillet. Und zusammen mit der Appellation Romanee Conti auch die kleinste AC in Frankreich. Viognier-Reben in der rundherum Condrieu heißenden Appellation, nur 3 Hektar Steillagen und Terrassen in jetzt biodynamischer Weinbergsarbeit. Nur  achttausend Flaschen im Jahr. Die Weine sind dermaßen anders als alle Viogniers in Condrieu, dass die eigene Appellation sehr sinnvoll erscheint. Aber dann starb 1994 der Besitzer, der letzte Mann der Familie Neyret Gachet, die das Weingut Grillet seit 1820 als Besitzer hüteten und akribisch pflegten. Die Tochter konnte den Qualitätsstandard nicht halten, dann fehlte das Geld für die überaus aufwendige Weinbergsarbeit, der Mythos begann zu verfallen. Anfang des 21. Jahrhunderts dann die Notbremse im Weingut Grillet, Denis Dubourdieu, der bekannt geniale Weißweinpapst und Berater aus Bordeaux, wurde gerufen. Langsam stieg die Qualität wieder und ab 2005 konnte man schon wieder von großer Klasse reden. Aber Umstellungsprozesse (biologisch-organisch) und Pflanzmaßnahmen im Weinberg dauern und kosten bis sie greifen. Irgendwann war die Portokasse leer und der Ehrgeiz erlahmt. Der Verkauf schien die einzige Lösung zu sein. Francois Pinault, einer der zwei reichsten Männer Frankreichs (PPR Konzern, Chateau Latour in Pauillac, Christies, Gucci, Puma...), kaufte dieses Kleinod für über 10 Millionen Euro erst im Sommer 2011, dabei stach er berühmte Mitbewerber wie den ortsansässigen Weinriesen Guigal aus, obwohl er gar nicht auf der Suche nach einem Weißweingut an der Rhone war, sondern im Burgund. Nach dem Erwerb der Domaine Engel (jetzt d‘Eugenie) wollte er je ein Rotwein- und Weißweingut der Weltspitze im Burgund zu seiner Sammlung zählen. Aber so ein Mythos kommt nur einmal im Leben vorbei. Und in der Kriegskasse ist ja noch etwas vorhanden für ein Gut in Puligny Montrachet. Erst ab 2009 kann man auf Chateau Grillet wieder von Weltklasse reden und der jetzige Regisseur und Önologe Alessandro Noli (er brachte vorher d‘Eugenie im Burgund wieder zur Weltspitze) erwartet für die nächsten 10 Jahre noch Steigerungsmöglichkeiten. Wenn erst alle nicht 100% athletisch gesunden Reben ausgetauscht sind. Denn der Mann ist wie alle Spitzenwinzer ganz sicher, dass nur im Weinberg die überragende Qualität entsteht. Im Keller wird traditionell spontan hälftig im Stahl und hälftig im Holz vergoren und dann im kleinen Holz ausgebaut. Kein Hokuspokus, bloß die Qualität aus dem Weinberg konservieren und die Langlebigkeit fördern.

Weißwein

2011 Château Grillet

 

Rebsorten:          100% Viognier

Reifung:              Barrique

Inhalt:                 0,75 l Flasche

Beschreibung:

Wie soll man einen Wein für seine Kunden beschreiben, für den die Referenz fehlt. Burgund, Riesling, Bordeaux, man kann die Aufzählungen in sein eigenes Geschmacksbild einsortieren, kann vergleichen und nachempfinden. Ich kann bei diesem Wein die Aromen und Geschmäcker aufzählen, aber Chatau Grillet ist so anders als alle Condrieus, das wird nicht reichen um es im Geiste nach zu schmecken. Honig, Quitte, Pfirsich, geröstete Mandeln. Auch Haselnuss, Mango, reifer Apfel, Zitronengras, Maracuja und Passionsfrucht. Gelbe Birne, Orangenschale, Fleur de Sel, Steinmehl. Lassen Sie es mich mit Assoziationen versuchen, Der Wein hat viel süßen Schmelz und Honig, noch etwas mehr Salz, Steine und tanninreiche Struktur. In der Nase kommt zuerst ein Puligny Montrachet Pucelles von Leflaive in den Sinn, aber auch noch schlankere und strukturiertere Chardonnays wie ein Chablis Grand Cru kommen mir als Erinnerung. Dann etwas Menthol, Minzlikör, weiße Johannisbeere und feine Öligkeit, hier scheint dann die Rebsorte Viognier durch, aber eher massiver, fast mehr als Smaragd Grüner Veltliner. All das kommt auch im Mund, ergänzt um die großartige Säure und Struktur eines "Großen Gewächs Riesling" von der Nahe aus einem vollen Jahr wie 2009. Und diese immense Komplexität und Vielfalt spukt in Nase und Mund herum, kein anderer Condrieu ist auch nur im Ansatz von dieser eigenwilligen Art. Und das Ganze mag man sich jetzt um 20 oder 30 Jahre gereift vorstellen, das ist ganz großes Kino im Weißweinbereich!!! H. Lobenberg

Preis/Genuss:              98+

227,00 €
302,67 € / L
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  • Hersteller=Erzeuger/Winzer