Der längste Fluss Frankreichs ist zugleich der letzte ungezähmte Strom Europas. Die Loire entspringt am Gerbier de Jonc und versinkt schon wenige Kilometer nach ihrer Geburt in einem trostlosen Stausee. Dieses Schicksal ist dem Fluss im Oberlauf mehrmals beschert, bis er sich dann mit seinen vielen Inseln, Seitenarmen und Nebenflüssen wie ein Adernetz über das Herz Frankreichs spannt. Während am Oberlauf schwarze Granithäuser das Dorfbild prägen, zieren im Mittel- und Unterlauf viele bekannte Schlossanlagen ihr Tal. Die Weinbauregionen ziehen sich den Fluss entlang, schon im Zentralmassiv beginnend, bis hin zu seiner Mündung in den Atlantik. Die Weinbauregionen liegen oftmals auch an den Nebenflüssen, viele von ihnen sind bei uns fast vollkommen unbekannt. Weinbauregionen auf den Hügeln am Fluss oder auf den Hängen der Nebenflüsse wechseln mit schier endlosen Wäldern und landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Aufgrund der großen Länge des Stromes ist es nur natürlich, dass sich das Landschaftsbild öfters änderDie bekanntesten Weine der Loire kommen ebenfalls noch vom Oberlauf, nämlich aus den Appellationen Sancerre und Pouilly-Fumé. Die Weißweine werden aus der säurebetonten Sauvignon-Blanc gekeltert, die in Sancerre, auf den Kalkböden den typischen Geschmack von unreifen, grünen Äpfeln zeigt, im Pouilly-Fumé, der meist auf Sandboden wächst dominiert hingegen eine schöne, reife, volle Frucht und der mineralische Charakter tritt in den Hintergrund. Weiter Flussabwärts schließt scih die Touraine an, ein großes Weinbaugebiet, das sich auch über die Nebenflüsse erstreckt und die ersten großen Rotweine des Loiretals hervorbringt. Sind Weißweine aus Sauvignon blanc recht kurzlebig, so sind die aus der Chenin blanc gekelterten Weine sehr lagerfähig.